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News und Sonderforen => Neue MSI-Hardware im Test => Thema gestartet von: Proaimer am 27. März 2016, 14:00:20

Titel: [Kurzreview] MSI Z170A Gaming Pro Carbon Mainboard
Beitrag von: Proaimer am 27. März 2016, 14:00:20
==Vorwort==

Hat man sich entschlossen auf Intels neue Skylake Plattform umzusteigen, so muss man sich zwangsläufig nach einem passenden Mainboard umsehen. Im Normalfall sollte dies preislich im Mittelfeld angesiedelt sein und zahlreiche Features sowie Neurungen im Vgl. zum alten Mainboard bieten. Ist hier das MSI Z170A Pro Gaming Carbon mit RGB eine lohnende Investition, die sowohl technische Neuerungen sowie ein schickes Design gepaart mit optimaler Ausrichtung für Performance bietet?
 
==Verpackung, Design & erster Eindruck==

 Schauen wir uns zunächst einmal erst die Verpackung an: In dieser finden sich neben dem Mainboard selbst, eine SLI Bridge, eine Anleitung/Montagehinweise, Kabellabelaufkleber, zwei SATA Kabel sowie ein I/O Shield. Die mitgelieferten Komponenten sind Standard, mit diesen ist bei so ziemlich jedem Mittelklasse Mainboard zu rechnen.
 
 Widmen wir uns nun dem Mainboard und lassen sein Design auf uns wirken. Schickes Design, schlichte aber dennoch ansprechende Aufmachung und dezent Akzente sind drei Attribute, die mir zunächst hierzu einfallen. Das Carbon wertet das Mainboard optisch klar auf und die Farbkombination von schwarz, weiß & silber gefällt mir sehr gut. Nicht zuletzt sogen auch die Military Class 5 Komponenten dafür, dass das Mainboard nicht nur optisch sondern auch hardwaretechnisch hochwertig dasteht.
 Zudem sorgen die RGBs auf der rechten Seite mit ihren 16.8 Millionen Farben im dunklen für nette Farbenspiele. Bei Tageslicht oder bei nur leicht verdunkelten Zimmern ist der Effekt jedoch nur vermindert wahrzunehmen.
 
==Anschlüsse & Hardware/Software Features==

 Als nächstes fallen einem die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten auf, wie M.2 , USB 3.1 und USB Type C. Doch gehen wir der Reihe nach vor. An der Rückseite des Mainboards finden sich :
 
 + PS/2 Port
 + 4*USB 2.0
 + DVI-D Port
 + HDMI Port
 + 2* USB 3.1 Gen 1
 + 1*USB 3.1 Gen 2
 + 1* USB Type C
 + LAN Port
 + Audioanschlüsse inkl. Toslink
 
 Die Anzahl der Anschlüsse ist durchaus ausreichend, auch die vier USB 2.0 Ports müssen nicht zwangsläufig 3.0 Ports sein, da diese (in meinem Falle) sowieso für Mäuse, Tastaturen etc. genutzt werden.
 Auf dem Mainboard selbst finden sich vier RAM Slots für Dual Channel DDR4 Speicher bis 3600+Mhz (OC), der  M.2 Slot für superschnelle Datenübertragung, sechs SATA Ports und  drei PCI E x16 sowie vier  PCI E x1 Slots.
 Das Mainboard hat somit die Möglichkeit bis zu zwei Nvidia Grafikkarten im SLI Verbund zu betreiben oder bis zu drei AMD Grafikkarten über Crossfire. Somit ist das Mainboard im Hinblick auf die Möglichkeit der Ausrüstung mit Highend Multi GPU Setups durchaus geeignet. Zwei der drei PCI E x16 Anschlüsse sind zudem zusätzlich verstärkt, sodass auch bei schweren Grafikkarten kein durchbrechen des PCI E Slots droht.
 Auch die Anzahl der PCI E x1 Slots ist in meinen Augen ausreichend, da so problemlos z.B zwei NVIDIA Karten in SLI genutzt werden können sowie  Erweiterungskarten wie WLAN Karten, Raidcontroller und/oder eine zusätzliche Soundkarte.
 Bei mir laufen bis dato problemlos eine ASUS Turbo 960GTX 4GB , Soundblaster Z, Wlan Karte sowie Sata controller auf dem  Mainboard.
 Die Anordnung der SATA Ports ist gut, vier Stück finden sie je zwei übereinander gestapelt auf der rechten Seite und zwei weitere nebeneinander angeordnet unten rechts auf dem Mainboard. Somit ist zumindest bei zwei Ports eine gute Erreichbarkeit möglich, wenn man spontan ein Gerät umstecken möchte.
 
 An 4 Pin Steckern für die Lüfter mangelt es ebenso wenig, dank zwei CPU Fansteckern sowie drei Systemfansteckern. Diese sind logisch angeordnet, sodass man problemlos sämtliche Gehäuselüfter obgleich im Seitenfenster, oder hinter den Festplatten verbinden kann. Deren Steuerung läuft anschließend über das Bios oder die mitgelieferte Software, worauf ich später noch zu sprechen kommen werde.
 Zudem finden sich noch die gängigen USB 2.0 / 3.1 Gen 1 Frontheader Anschlüsse, Clear CMOS Stecker, Debug LED Indikatoren für CPU,RAM und VGA, Front Audio sowie Frontpanel Anschlüsse.
 
 
Das mitgelieferte Softwarepaket ist neben den Standardmäßig beiliegenden Treibern recht üppig und besteht aus Monitoring sowie Tweaking Apps. Neben dem einstellen von Lüftern, dem Überwachen sämtlicher Taktraten, Spannungen und Temperaturen, können auch die RGBs kinderleicht eingestellt werden.
 
==Testsetup==
 
 das Z170A Pro Gaming Carbon wurde in meinem Falle zusammen mit einem
 *Intel i5 6600k (Overclock auf 4,3Ghz stable),
 * 16GB G.Skill 2400Mhz DDR4 non ECC RAM in Dual Channel (Overclock auf 2667Mhz stable),
 *einer 480GB Sandisk SSD,
 *zwei HDDs (4TB & 6TB)
 * 500W Sharkoon Netzteil,
 * Arctic Freezer 13,
 * 3 Gehäuse Lüftern (120mm),
 * Sharkoon VS4-V
 *einer Soundblaster Z Soundkarte, eine Dawicontrol DC-600E, CSL Wlan PCI E Karte sowie
 *einer ASUS Turbo 960GTX 4GB betrieben.
 
==Montage==
 
 Aufgrund dessen, dass der Sockel 1150 und 1151 zumindest im Hinblick auf die Montage eines CPU Kühlers identisch sind, kam es bei der Montage zu keinerlei Schwierigkeiten. Es musste sich nicht nach einem komplett neuen Kühler umgesehen werden, auch mein ca. 9 Monate alter Arctic Freezer 13 konnte problemlos montiert werden. Das vorhergehende Einsetzen der CPU war auch nichts neues, wie immer sollte hier noch höchste Vorsicht geboten werden, um keine Pins auf dem Mainboard zu verbiegen. Nachdem auch der RAM, die PCI E Karten, CPU, CPU Kühler eingesteckt wurden, war das Mainboard soweit startklar ( Der Arctic Freezer 13 blockiert keinen der vier RAM Slots). Bevor es jedoch in ein Gehäuse eingebaut wurde, wurde es ohne dieses zunächst getestet, um die Funktionalität aller Komponenten zu gewährleisten. Siehe da, alles klappte perfekt.
 Anschließend konnte das Mainboard samt anderer Komponenten in mein Sharkoon Gehäuse eingebaut werden. Hier passte es problemlos hinein und auch beim verschrauben der Schrauben musste keine übermäßige Kraft aufgewendet werden, da die Schraubenlöcher perfekt über den Mainboard löchern saßen. Hier fiel mir dann auf, dass ich vergaß das I/O Shield zu montieren und musste daraufhin das Mainboard nochmal ausbauen. Wieder eingebaut, galt es nur noch das Mainboard zu verkabeln mit SATA Kabeln, 8PIN & 24PIN Mainboardkabel, drei Gehäuselüftern & dem CPU Kühler und den Gehäuse Kabeln (HDD LED, Power etc. ) Auch dies stellte in keinster Weise eine Herausforderung dar.
 
== Fehlerdiagnose==

 Nach dem Einbau drückte ich den Einschaltknopf und musste feststellen, dass alle Lüfter sich nur wenige Sekunden drehten, der PC ausging und nicht richtig booten wollte – Ernüchterung.
 Der erste Blick führte hier zu den Debug LEDs, welche mir einen Fehler mit dem RAM bescheinigten. Also fix nachgeschaut, festgestellt, dass der Ram nicht richtig hineingedrückt wurde, dies behoben & siehe da, der PC boote perfekt. Zwar wäre der Fehler ohnehin schnell aufgefallen, jedoch erleichtern die Debug LEDs die Fehlerdiagnose ungemein.
 
== Leistung, Eindruck BIOS & Overclocking Potenzial==
 
 Der erste Weg nach dem erfolgreichen Postscreen führte selbstverständlich ins BIOS, um die Funktionen des UEFI Bios näher zu begutachten und den RAM sowie die CPU zu übertakten.
 Als erstes fiel die ordentliche Strukturierung des Layouts im Homescreen des BIOS auf. Auf den ersten Blick wird man u.a über die verbaute Hardware, Temperatur des MB und der CPU, Möglichkeiten der Festlegung der Bootpriorität, der Festlegung von OC Profilen und einem Overclocking Menü aufgeklärt. Zudem kann schnell auf den Hardware Monitor zugegriffen werden, indem man u.a die Lüftereinstellungen vornehmen kann.
 Oben links im BIOS finden sich zwei On/Off Knöpfe, mit deren Hilfe der Gameboost ein/ausgeschalten werden kann sowie das XMP Profil für den RAM aktiviert werden kann.
 
 Begeben wir nun an das Übertakten selbst: Mein Plan war es den CPU auf 4,2-4,5 Ghz zu übertakten dabei den CPU-Kühler noch immer auf silent laufen zu lassen und unter Volllast keine Temperaturen über 60°C zu erreichen.
 Das Übertakten ist binnen weniger Klicks erledigt, es musste in meinem Falle nichts an der Spannung verändert werden. Der BaseClock wurde von 35 auf 42,43,44,45 angehoben und der RingClock bei 39 belassen. Im Anschluss gilt es noch den Turboboost zu deaktivieren, da sonst der CPU auf knapp 5Ghz zeitweise läuft und dies die Lebensdauer nachhaltig verringert.
 Anschließend wurde mit AIDA 64 ein Stresstest durchgeführt, den ich lediglich bei der Einstellungen 4,5Ghz abbrechen musste aufgrund von zu hohen Temperaturen. Bei 38°C idle und 61°C unter Vollast war der CPU bei 4,3 Ghz in meinen Augen stabil und kühl genug um dauerhaft so betrieben zu werden. Die Temperatur des Mainboards lag zu keinem Zeitpunkt über 40°C laut HW-Monitor (im Idle Modus bei ca 33°C). Für ausreichend Kühlung sorgten 4 x 120mm Lüfter(einer über Molex, der Rest über 4 PIN) mit einem Silent Profil (800-1000rpm)
 Als nächstes begab ich mich daran den Arbeitsspeicher zu übertakten und dies klappte problemlos bei einer Erhöhung von 2400Mhz auf 2667Mhz, an der Spannung wurden keine weiteren Einstellungen vorgenommen. Der Versuch auf 3000Mhz zu erhöhen schlug fehl und der PC landete schließlich in einem Loop und postete nicht mehr. Ein ein-/ausstecken des RAMs half, um alle Komponenten wieder auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Zwar wäre u.U eine Erhöhung der Spannung möglich gewesen um die 3000Mhz zu erreichen, jedoch ohne mich vorher darüber explizit zu belesen, wollte ich kein unnötiges Risiko eingehen.

==Preis/Leistungsverhältnis==
 
 Preislich ist das Mainboard für mich in der Mittelklasse angesiedelt und bietet hier zahlreiche optische als auch Hardware Features, die man nicht missen möchte. Hierzu zählen neben gelungener optischer Aufmachung, auch zahlreiche, moderne Anschlüsse wie M.2, USB 3.1/Type C und verspielte Elemente wie die RGBs. In dieser Preisklasse gibt es eine Vielzahl an interessanten Mainboards, wer jedoch gute Leistung für u.a Multi-GPU Setups und Overclocking sucht, und hier auch optisch seinen PC in voller Pracht dastehen lassen möchte, ist mir dem MSI Z170A Gaming Pro Carbon optimal beraten.
 
==Fazit==
 
 Alles in allem kann ich das MSI Z170A Gaming Pro Carbon Mainboard uneingeschränkt weiterempfehlen, aufgrund seiner modernen, zeitgemäßen Anschlüsse, Crossfire/SLI Support, schicker optischer Aufmachung und der Möglichkeit dank guter Hardware/Software Abstimmung sicher zu übertakten.
 Somit spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus.