Testbericht: MSI R5770 Hawk
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Autor Thema: Testbericht: MSI R5770 Hawk  (Gelesen 6303 mal)

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Serge

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Testbericht: MSI R5770 Hawk
« am: 17. April 2010, 11:12:07 »

MSI R5770 Hawk


Inhalt

1.   Einleitung
2.   Lieferumfang
3.   Besondere Merkmale
4.   Fotostrecke
5.   Testsystem
6.   Inbetriebnahme
7.   Erste Eindrücke
8.   Benchmarks
9.   Overclocking
10.   Fazit

1.   Einleitung

Nach langer AMD/ATI Abstinenz kommt auch wieder mal eine AMD/ATI Grafikkarte ins Gehäuse meines PCs. Mit der R5770 Hawk bringt MSI auch in der Mittelklasse ein premium Produkt. Wie es die Bezeichnung bereits vermuten lässt, kommt bei der Grafikkarte eine ATI Radeon HD 5770 GPU zum Einsatz. Die GPU wird im 40nm Fertigungsprozess hergestellt. Die Grafikkarte verfügt über 1GB GDDR5 Speicher und bietet Unterstützung für DirectX11 sowie OpenGL 3.2 an.
Neben der Unterstützung für DirectX 11 hielt mit der fünften HD Reihe ein weiteres Feature Einzug, die so genannte ATI Eyefinity Technology. ATI Eyefinity Technology ermöglicht das Anschließen von mehr als zwei Ausgabegeräten an eine Grafikkarte. MSI R5770 Hawk verfügt über drei Ausgänge, neben dem üblichen DVI Anschluss stehen ein HDMI- sowie ein Display-Port zur Verfügung. Ein VGA sowie ein zusätzlicher HDMI Port werden mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen Adapter bereitgestellt.

In der nachfolgenden Abbildung sind die wichtigsten Merkmale zusammengefasst.

Abbildung 1: Spezifikationen der MSI R5770 Hawk

2.   Lieferumfang

- Quick Users Guide
- Treiber und Utilities CD
- Lightning Afterburner CD
- HDMI Kabel
- DVI/VGA Adapter
- DVI/HDMI Adapter
- 2 x V-Check Points Kabel
- SPDIF Kabel
- PCIe Y-Adpaterkabel

Abbildung 2: Lieferumfang der MSI R5770 Hawk


3.   Besondere Merkmale

Wie bereits weiter Oben erwähnt, handelt es bei der R5770 Hawk um ein premium Produkt aber was zeichnet die Grafikkarte aus? Im Nachfolgenden wird auf die besonderen Merkmale etwas näher eingegangen.

•  7+1 Phasen-PWM-Design
- Weltweit erste HD 5770 mit 7+1 PWM Phasen, 7 statt 4 (Referenzdesign) Phasen GPU - sowie 1 Phase RAM-Stromversorgung
- Stabile Stromversorgung und höheres OC-Potential.

•  Twin Frozr II Thermal Design
- Dual PWM Fans und Triple-Heatpipes
- Nicht nur ein Blickfang sondern Effizienz pur, Temperatur ist 13℃ niedriger als mit dem Referenzkühler und dabei flüsterleise.


• Overvoltage Funktion für GPU
- Erhöhung der GPU Spannung mit Afterburner bis auf 1.35V (Standard 1.2V)

•  Military Class Komponenten
- Hi-C Cap ermöglichen präzise und stabile GPU Spannungen
- Dank SSC (Solid State Chock) gehören fiepende Spulen der Vergangenheit an
- All Solid CAP für längere Laufzeiten

•  V-Check Points
- Messung der GPU- sowie RAM-Spannungen im laufendem Betrieb, bequem und sicher


4.   Fotostrecke





5.   Testsystem

CPU: Intel C2Q Q6600@2.4/3.0GHz
MB: Asus P5E
RAM: 4 x 2GB OCZ Vista Performance Gold Edition DIMM Kit 4GB PC2-6400U CL5-5-5-18
FP: 2 x 250GB RAID0 Maxtor MaXLine Plus III 250GB, SATA II
NT: Tagan TG530-U15 (+ 3,3V/+ 5V/+ 12V1/+12V2 - 26A/30A/20A/20A)

Abbildung 3: Testsystem

6.   Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme erfolgt denkbar einfach,
- Alte Treiber deinstallieren und alte Grafikkarte ausbauen
- Die neue Hawk einbauen und aktuellsten Treiber installierten
Nach einem Neustart ist die Grafikkarte einsatzbereit.

Trotz eines fehlerfreien Betriebs, zur Sicherstellung dessen 3D Mark Vantage (insgesamt 10 Durchläufe bei maximalen Qualitätseinstellungen) herangezogen wurde, habe ich mich entschlossen das Betriebssystem neu zu installieren, um bei den Tests ein möglichst \"unbelastetes\" Betriebssystem zu haben.
Die Neuinstallation verlief erwartungsgemäß problemlos und schnell durch.

7.   Erste Eindrücke

Aufgrund eines Ausfalles meiner \"alten\" Grafikkarte, der N275GTX, war ich gezwungen zur Überbrückung eine genau für solche Fälle hinterlegte GForce 6200 einzusetzen. Dementsprechend war die Hawk ein Quantensprung sowohl von der Performance als auch von der Darstellqualität.

Nach meiner subjektiven Meinung, geprägt durch Radeon 9800 Ära, ist die Darstellqualität der Hawk sogar ein Tick besser als die der GTX275. Mangels Beweise bzw. Vergleichsmaterials, wie etwa Fotos mit entsprechenden Screenshots, bleibt es jedoch ein rein subjektiver Eindruck.

Bei der GF6200 handelt es sich um eine passiv gekühlte Grafikkarte. Dementsprechend setzt die Grafikkarte die Maßstäbe für Geräuschpegel und Verbrauch, wobei letzteres angesichts der mehr als durfte Performance eher weniger ins Gewicht fällt.

Idle dümpelt die Hawk bei 40°C rum und die Lüfter drehen mit 30-35%. In dem Zustand ist die Karte außerhalb vom Gehäuse absolut nicht wahrnehmbar. Dies ist nicht nur auf die hervorragenden Kühlleistung des verbauten Kühlers sondern auch dem tadellos funktionierenden PowerPlay zu verdanken. Im idle taktet die GPU mit 150MHz und RAM 300MHz statt 875MHz respektive 1200MHz (GDDR5 4800MHz) unter Last.

Abbildung 4: GPU und RAM Takt

Außerhalb von Gehäuse, in einem Abstand, von 50-60cm, ist die Grafikkarte unter Last deutlich wahrnehmbar, geht aber im allgemeinen Geräuschpegel der restlichen Lüfter unter. Die Temperatur pendelt sich dabei bei 70-71°C ein und die Lüfterdrehzahl geht auf maximal 70%.

Im Gehäuse und einer Entfernung von etwa 1,5m ist die Grafikkarte trotz etwas höherer Temperatur (79-80C) und Lüfterdrehzahl nicht mehr wahrnehmbar. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Temperaturverläufe im idle und unter Last.

Abbildung 5: Temperatur idle und unter Last

In den ersten kurzen Spielversuchen zeigte die Hawk einiges an Potential und schien bei gleichen Einstellungen durchaus auch mit der N275GTX mitzuhalten.

8.   Benchmarks

Nachdem die ersten Erfahrungen gesammelt sind, ist es an der Zeit die Hawk etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und das wahre Potential der Grafikkarte zu ermitteln. Zu diesem Zweck werden einige der bekanntesten Benchmarks herangezogen. Im Einzelnen handelt auch dabei um die folgenden 4 Benchmarks:

- 3DMark Vantage
- 3DMark 06
- 3DMark 03
- Heaven Benchmark 2.0 (DirectX 11 Benchmark)


Alle Benchmarks bis auf 3DMark 03 werden mit Standardeinstellungen durchgeführt. Beim 3DMark 03 wird lediglich die Auflösung von 1024x768 auf 1280x1024 (Native Auflösung meines 19\" Monitors) geändert. Alle anderen Einstellungen bleiben auch bei dem Benchmark auf Standard. Zur Sicherstellung, dass die CPU bei dem jeweiligen Benchmark keinen limitierenden Faktor darstellt, wird jeder Benchmark bei 2.4GHz (Standardtakt) und 3.0GHz CPU-Takt durchgeführt. Für bessere Repräsentativität der Ergebnisse wird jeder Benchmark bei dem jeweiligen Takt insgesamt fünf Mal durchgeführt. Der arithmetische Mittelwert der jeweiligen Benchmarkergebnisse ist in den nachfolgenden Abbildungen dargestellt.

Abbildung 6: 3DMark03 Ergebnisse

Abbildung 7: 3DMark06 Ergebnisse

Abbildung 8: 3DVantage Ergebnisse

Abbildung 9: Heaven Benchmark 2.0 Ergebnisse

Schaut man sich die Ergebnisse etwas genauer an fällt sofort auf, dass die GPU Score und somit die Gesamtscore-Zahl mit erhöhtem CPU Takt überproportional Steigt. Dies ist sicherer Indiz, darauf dass die CPU in dem Fall einen Flaschenhals darstellt.

DirectX 11 Impressionen

Bei dem Test habe ich bewusst ein DirectX 11 Benchmark herausgesucht, schließlich geht es ja auch um eine DirectX 11 Grafikkarte und hier einige Impressionen aus dem Benchmark.










9.   Overclocking

Die Hawk weist bereits vom Werk aus etwas höhere Taktraten als Referenzdesignkarten auf. Im weiteren Verlauf wollen wir schauen, ob es möglich ist aus der Karte noch mehr rauszuholen. Viel versprechend sieht die Hawk zumindest auf Papier schon mal aus. Zunächst möchte ich auf das  Monitoring- und Overclocking-Tool \"MSI Afterburner\" eingehen. Der Eine oder der Andere wird das Tool bereits kennen, für die jenigen die es nicht kennen, das Tool wurde von den RivaTuner-Machern zusammen mit MSI für MSI Grafikkarten entwickelt. Was macht abberufen Afterburner so besonders? Nun, neben dem markanten Namen \"Afterburner\", MSI Logos in GUI und den \"üblichen\" Monitoring und Overclocking-Funktionen weist das Tool eine weitere für etwas ambitionierte Overclocker sehr wichtige Funktion. Es ermöglicht Erhöhung der GPU-Spannung im laufenden Betrieb. Die Option birgt natürlich auch ein gewisses Risiko, durch zu hohe Spannungen können z.B. irreparable Schäden an der Hardware entstehen. Aus diesem Grund muss die Option explizit in Einstellungen freigeschaltet werden.

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Abbildung 10: MSI Afterburner

Ein weiteres und meiner Meinung nach ein sehr nützliches Feature im Afterburner ist der MSI Kombustor. Kombustor ist ein Hardware-Stresstool, mit dem man die Graphikkarte ordentlich unter Dampf setzen kann, um die Stabilität der vorgenommen Einstellungen auf die Schnelle zu testen. Nach meinen Erfahrungen passiert es wirklich sehr schnell. In der Regel wird der Treiber bei instabilen Einstellungen bereits in der ersten Minute zurückgesetzt. In höheren Taktregionen kann das System aber auch gut und gerne einfrieren.

Abbildung 11: MSI Kombustor

Gerüstet mit dem hilfreichen Tool habe ich mich ans Übertakten der Hawk gemacht. An der Stelle sei noch ein Mal vermerkt beim Overclocking wird die Hardware außerhalb der Spezifikationen betrieben, so dass etliche Garantieansprüche auf die Hardware erlischen. Overclocking geschieht auf Eigenverantwortung!

 Das mir vorliegende Hawk-Exemplar erwies sich als recht taktfreudig. Der RAM-Takt ließ sich ohne weiteres um rund 160MHz von 1200MHz (GDDR5 4800MHz) auf 1360MHz (GDDR5 5440MHz) anheben. Der GPU-Takt ließ sich ohne GPU Overvoltage um rund 90MHz von 875MHz auf 965MHz erhöhen.


Abbildung 12: 965MHz GPU und 1360MHz RAM bei Standardspannung

Zur Stabilitätprüfung wurde MSI Kombustor und 3DMark Vantage herangezogen. Wie bereits erwähnt, wurde der Kombustor zur schnellen Überprüfung (ein 5 bis 6 minütiger Testlauf) der vorgenommen Einstellungen verwendet und 3DMark Vantage für einen dauer Stresstest. Die 3DMark Vantage Einstellungen bei dem Test können der Abbildung 13 entnommen werden.  Bei diesen Einstellungen musste die Hawk beim eingestellten Takt insgesamt fünf Testläufe je drei Loops bestehen.

Abbildung 13: 3DMark Vantage Stresstesteinstellungen

965MHz waren jedoch nicht das Ende der Fahnenstange, zumindest habe ich es gehofft und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Stück für Stück habe ich mich an die magische 1000MHz GPU-Takt-Marke herangearbeitet. Hierzu musste die GPU-Spannung um 100mV angehoben werden.


Abbildung 14: Magische Marke geknackt, 1000MHz GPU-Takt bei  1,3V

Es war sogar möglich der GPU noch weitere 25MHz zu entlocken. Die 1025MHz waren zwar Benchmarkstable aber nicht vollkommen stabil. In unregelmäßigen Abständen fror das System unter Last ein, so dass der Takt im Weiteren nicht berücksichtigt wird. An der Stelle sei aber angemerkt, dass die Fehlerursache unter Umständen beim betagten Netzteil liegen kann. Bei hohen Lasten fängt dieses nämlich an zu fiepen und neigt zu Spannungseinbrüchen.  Das Netzteil wird demnächst ausgetauscht und der Versuch der GPU noch mehr zu entlocken wird unvermeidlich wiederholt. Bei der Gelegenheit wird auch die Luftzirkulation in dem recht beengten LianLi Gehäuse verbesset, denn wegen der 180° gedrehten Mainboardlage kocht die Grafikkarte so zu sagen im eigenen Saft, das sieht man auch den Temperaturen (Siehe auch die nachfolgende Abbildung) an. Trotz leicht höherer Lüfterdrehzahl steigt die Temperatur bei dem Takt auf über 80°C.

Abbildung 15: idle Temperatur und unter Last @ 1000MHz GPU und 1360MHz RAM (GDDR5 5440MHz)

Summa Summarum war es möglich GPU Takt um 14% und Speichertakt um 13% zu erhöhen. Was bringt die Taktsteigerung aber tatsächlich? Einfach ist die Frage an der Stelle nicht zu beantworten. Wie bereits bei den Benchmarks beim Standardtakt festgestellt, stellt die CPU einen Flaschenhals dar, sprich die volle Performance der Grafikkarte kann mit der CPU bzw. bei dem CPU Takt nicht ausgeschöpft werden. Dies gilt natürlich auch weiterhin (wenn nicht sogar im größeren Masse)  bei Steigerung der Performance der Grafikkarte, vergleicht man aber dennoch die Ergebnisse (Siehe Abbildung 15 und 16), dass die Taktsteigerung einen Performancegewinn zwischen 11 und 13% bringt. Unter Beachtung all der Eventualitäten ist es ein durch aus nicht zu verachtender Ergebnis.

Abbildung 15: 3Dmark Vantage Graphics Score

Abbildung 16: Heaven Benchmark 2.0 Score

10.   Fazit
Aus meiner Sicht ist die MSI R5770 Hawk als ein durchaus gelungenes Produkt zu bezeichnen. Die Grafikkarte überzeugt durch sehr gute Verarbeitung, hochwertige Komponente, durch das ansprechende Design, sehr geringe Geräuschentwicklung und durchgehend gute Performance bei moderaten Qualitätseinstellungen auch bei hoher Bildschirmauflösung. Ein weiterer Punkt ist der Verbrauch. Bei dem Test konnte ich mangels entsprechenden Messequipments keine direkten Messungen der Stromaufnahme vornehmen. Die Temperaturentwicklung im Gehäuse ließ jedoch ein paar indirekte Schlüsse zumindest im Vergleich zu der GTX275 ziehen. So liegt die Temperatur im Gehäuse mit der Hawk bei ansonsten gleichen Bedingungen nach einem Dauerlauf rund 10C niedriger als mit der GTX275. Unterschied in der Performance fällt zugegebenermaßen zu Gunsten der GTX275 aus, ist aber bei Weitem nicht so hoch.

Für einen Spieler, der nicht unbedingt jedes Spiel bei einer Auflösung von 2560 x 1600 und höchsten Qualitätseinstellungen zogen muss und ansonsten Preisbewusster durch das Leben schreitet, ist eine Radeon 5770 sicher eine ganz gute Wahl, wobei ich persönlich, aufgrund der weiter oben genannter Merkmale, die Hawk vorziehen würde.

Quellen: http://eu.msi.com

SB
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