MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest
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Autor Thema: MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest  (Gelesen 2318 mal)

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power-lauer

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MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest
« am: 22. Februar 2010, 12:16:08 »

Die Anforderungen
Vor der Auswahl der Einzelkomponenten stand wie immer die Frage nach den Anforderungen, die die neue Maschine denn erfüllen soll. Was wird also alles so an dem PC gemacht:

  • Office und Internet
  • Blu-ray und viel Musik
  • Bildbearbeitung in Lightroom und Photoshop
  • Sämtliche aktuelle Spiele und gelegentlich LAN-Partys

Besonders vor dem Hintergrund, dass - wie immer - das Budget sehr begrenzt ist, fordert dieses Anwenderprofil somit die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau: Der PC sollte schön leise sein, zuverlässig und langlebig, gleichzeitig aber ausreichende Leistungsreserven für Bildbearbeitung und 3D-Spiele haben und dabei am besten ganz ohne Strom auskommen. Da kam die Werbeaktion von MSI natürlich gerade recht. Also nicht lange überlegt und gleich zugeschlagen.

Alternate hat gewohnt schnell geliefert. Erste Überraschung beim Auspacken war, dass der schwarz-orangene Karton des Big-Bang Fuzion verglichen mit denrn anderer Boards extrem schwer war. Beim Auspacken wurde dann auch schnell klar warum: MSI hat nicht an Zubehör gespart und es befindet sich so ziemlich alles, was man sich nur wünschen kann, in der unteren „Schublade“ der Verpackung:





Besonders bemerkenswert sind dabei die unzähligen Anleitungen, die auf „echtem“ Papier gedruckt sind und nicht nur, wie mittlerweile sonst üblich, auf runden Scheiben. Eine Slotblende für 2 eSATA-Stecker und dem zugehörigen Stromanschluss respektive Verlängerungskabel ist ebenfalls im Zubehörpaket enthalten, so können SATA-Platten auch ohne externes Gehäuse betrieben werden. Auf jeden Fall eine tolle Dreingabe!
Außerdem liegen, wie der Produktbeschreibung bereits zu entnehmen war, eine extra Quantum-Wave-Soundkarte und das OC-Dashboard bei.
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power-lauer

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MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest
« Antwort #1 am: 22. Februar 2010, 12:20:56 »

Der Kandidat

Weil aber ein schönes Mainboard nur die halbe Miete ist, wird der PC durch diese Komponenten vervollständigt:

  • Prozessor: Core™ i5-750 Prozessor (4x 2666 MHz, 4x 256 kByte)
  • Arbeitsspeicher: OCZ 4 GB DDR3-1600 Kit (4096 MB, CL8 8-8-24)
  • Grafikkarte: Club3D ATI HD4870 OC 512MB mit AC Accerlero S1
  • Festplatte: 3.5\" Samsung SpinPoint F3 1000GB HD103SJ 7200U/m
  • Netzteil: 500W be quiet! STRAIGHT POWER BQT E7
  • Gehäuse: Lian Li PC-8NB Midi-Tower
  • CPU-Kühler: Scythe Mugen 2 Rev.B
  • Gehäuselüfter: 2x Scythe S-FLEX SFF21E - 120 mm - 20,1 dBa
  • Lüftersteuerung: SCYTHE Kaze Q 3.5\"
  • Windows 7 Business, 64-bit

Auf einen schnelleren Prozessor oder eine schöne SSD musste leider auf Budgetgründen verzichtet werden. Aber für „normale“ Ansprüche sollte diese Konfiguration durchaus reichen.
Zu den Spezifikationen des Boards selbst möchte ich eigentlich nicht mehr viel sagen, weil an anderer Stelle schon nahezu alles darüber geschrieben steht. Neben den obligatorischen Bildern des Boards möchte ich aber auf ein paar Kleinigkeiten eingehen, die mir persönlich beim Zusammenbau aufgefallen sind:

  • Die Anschlüsse sind sehr durchdacht auf dem Board verteilt, es ist mir bislang selten so leicht gefallen einen PC zu verkabeln
  • Es liegen Adapterstecker für die Frontpanelanschlüsse bei, so müssen im Falle eines Umbaus nicht die kleinen, einzelnen Stecker auf die richtigen Pins gefummelt werden
  • Der Heatpipekühler rund um den Sockel ist recht massiv und groß, aber auch beim anfangs verwendeten IFX-14 von Thermalright gab es keine Kollisionen. Er könnte auch auf dem Board verwendet werden, wer aber wie ich die Soundkarte in den obersten PCIe Stecken will bzw. muss, muss aber auf einen schmäleren Kühler zurückgreifen (wie z.B. den dann verwendeten Mugen von Scythe)
  • Die Anschlüsse der Soundkarte sind nicht farbig markiert sondern einheitlich golden, dafür werden sie im Betrieb von „Innen“ in den üblichen Farben beleuchtet











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power-lauer

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MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest
« Antwort #2 am: 22. Februar 2010, 12:27:04 »

Der Showdown

Nach der erfolgreichen Installation von Windows 7, habe ich für alle Komponenten die neuesten Treiber und Tools von MSI installiert. Hier gab es keine Probleme, Treiberdownload und -installation liefen reibungslos ab. Sehr überraschen war aber, dass die Soundkarte scheinbar zweierlei Hilfsprogramme benötigt: zum einen das THX TruStudio PC und zum anderen der altbekannte Realtek HD Audio-Manager. Das verwirrt sehr und eine einheitliche Lösung wäre hier doch sehr wünschenswert. Auch diverse Tools, wie das MSI Control-Center zur Konfiguration der Boardeinstellungen und das Direct-OC Programm wurden probeweise installiert.
Auf die jeweiligen Funktionen des Big-Bang Fuzion möchte ich jetzt etwas genauer eingehen.

Sound:
Bedingt durch die zwei verschiedenen Soundkonfigurationstools fällt es hier anfangs etwas schwerer sich zurechtzufinden. Letztendlich sieht es wohl so aus, dass das Realtek Programm nur zur Verwaltung der Anschlüsse und Konfiguration der Lautsprecheranordnung verwendet werden sollte. Das THX Tool kümmert sich dann um Stereo-Upmix, Bassverwaltung, usw. Ein Nice-To-Have ist hier sicherlich das automatische Leisestellen sämtlicher Sounds bei einem Skypeanruf. Ansonsten leistet sich die Soundkarte keine Patzer und überzeugt durch klaren und dynamischen Klang, sowohl bei der Wiedergabe von Stereoinhalten wie Musik, aber auch bei Mehrkanalton von Blu-rays und DVDs.

Grafik:
Bei der Installation der ATI-Treiber für die HD4870 tauchte wieder ein alter Fehler aus Vista Zeiten auf: sobald Windows beim Booten den Treiber geladen hatte, wurde der Monitor schwarz und zeigte kein Bild mehr. Erst das Wechseln des Kabels von DVI zu VGA und anschließend wieder zu DVI behob diesen Fehler… Der über ein DVI-HDMI-Kabel angeschlossene Beamer wurde hingegen ganz normal erkannt. Ein weiteres Mysterium stellt die HDCP-Unterstützung dar. Während mit der gleichen Konfiguration (Monitor, Beamer, Kabel, HD4870) bei meinem alten Rechner eine Wiedergabe von Blu-rays auf Beamer UND Monitor möglich war, wird mir jetzt der Wiedergabe auf dem Monitor gemeldet, dass ein HDCP-Fehler aufgetreten sei und deswegen keine Wiedergabe möglich ist. Vermute mal, dass es hier ein Kompatibiltätsproblem mit dem verwendeten DVI-Kabel(n) gibt.

(Rechen-)Leistung:
Nun zur Beantwortung der wichtigsten Frage: was kann mein Rechner? Für die Beantwortung habe ich für mich persönlich täglich-relevante Tests und Benchmarks herangezogen: Bilderexport aus Lightroom, 7-Zip und TrueCrypt Benchmark und natürlich den 3D-Mark Vantage. Dabei habe ich immer die Stromaufnahme des gesamten PCs gemessen und überwacht, um eine Aussage darüber treffen zu können, ob die möglicherweise erzielte Mehrleistung in einem sinnvollen Verhältnis zum Mehrverbrauch steht.
Bislang habe ich mich mit dem Thema Overclocking nicht besonders beschäftigt, aber dafür hat mein Board ja den „OC-Genie“-Button, um den Einstieg in die Welt des Übertaktens so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten. Im Folgenden habe mich also immer strikt an die Anweisungen aus der Anleitung gehalten: PC runtergefahren, „OC-Genie“-Button gedrückt, PC gestartet und schon geht’s los! Dann gleich mal CPU-Z aufgerufen und siehe da: die CPU taktet mit 3.6 GHz statt mit den ursprünglichen 2.67 GHz. Gleichzeitig wurden die Core-Voltage ebenso wie der Arbeitsspeichertakt deutlich angehoben. Die genauen Einstellungen können den folgenden Screenshots entnommen werden:







Dank des leistungsfähigen Scythe Mugen Kühlers bleiben die Temperaturen der Kerne auch beim Belastungstest absolut im grünen Bereich (beim ersten Screenshot ist zu beachten, dass hier die Lüfter mit 5V drehen). Das Board hat also ganze Arbeit geleistet und das System beachtlich übertaktet, ohne dass es dabei zu Problemen oder Stabilitätsverlust gekommen ist. Es wäre sicherlich noch etwas Luft nach oben, aber fürs erste will ich im Folgenden die Einstellungen, die das OC-Genie festgelegt hat, mit dem Standardtakt und dem Intel Turbo Boost Modus vergleichen.

Die eingebaute Benchmarkfunktion von 7-zip liefert folgende Ergebnisse:



Das Ergebnis übertrifft eindeutig die Erwartungen. Während der Intel Turbo Boost nur 5% Leistungssteigerung bringt, beträgt der Leistungsgewinn mit den OC-Gen-Einstellungen satte 35% gegenüber den Werkseinstellungen.
Ähnlich eindeutig sieht es beim TrueCrypt Benchmark aus:



Die beiden CPU-Test des 3D-Mark Vantage bestätigen diesen Leistungszuwachs ebenfalls:



Die Grafikperformance beim 3D-Mark hingegen wird durch die Übertaktungsmaßnahmen nicht nennenswert beeinflusst:



Zum Schluss habe ich noch die Zeit gemessen, die Lightroom zum Export von 35 RAW Bildern zu JPG-Dateien benötigt. Hier bringt der aktivierte Intel Turbo eine signifikante Zeitersparnis, die aber die OC-Genie-Einstellungen abermals übertreffen können:



Die Leistungssteigerungen sind ja durchaus recht eindrucksvoll, aber wie sehr geht das auf Kosten der Energieeffizenz. Während des Belastungstests habe ich, wie bereits geschrieben, die Stromaufnahme des gesamten Rechners gemessen:



Auch hier ist eine deutliche Steigerung zu sehen, wobei der Mehrverbrauch im mit dem OC-Genie übertakteten Modus mit 50% irrsinnig hoch ist. Im Idle mag das darin begründet liegen, dass sämtliche Energiesparfunktionen sinnvollerweise deaktiviert wurden. D.h. für den täglichen Betrieb ist sicherlich der Intel Turbo für mich der sinnvollste Kompromiss aus Leistung und Verbrauch/Kosten. Glücklicher Weise können die Einstellungen ja im Bios als Profile abgelegt werden und so bei Bedarf schnell und einfach abgerufen werden. Toll wäre, wenn man die Profile auch im Betrieb wechseln könnte – aber das ist aus technischen Gründen leider (noch?) nicht möglich.

Soweit meine ersten Erfahrungen mit dem Big-Bang Fuzion. Die Investition hat sich definitiv gelohnt und man bekommt sehr viel geboten für den doch sehr hohen Preis. Über den OC-Genie-Button kann auch ein wenig erfahrener User wie ich, das Board anständig übertakten und so ungenutzte Leistungsreserven abrufen. Dies geht aber deutlich auf Kosten des Energieverbrauchs. Jeder muss also für sich selbst die individuell sinnvollste Abstimmung finden, also: Testen und probieren! Das werde ich jetzt auch weiter tun und bei Gelegenheit hier über meine weiteren Erfahrungen berichten.

Sollten Fragen zu meinem Bericht auftreten, beantworte ich diese natürlich gerne!
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Chaos Engine

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MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest
« Antwort #3 am: 22. Februar 2010, 13:49:17 »

Der bisher beste Testbericht! :thumb

 

 

gruss

 

ce
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Blackfire

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MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest
« Antwort #4 am: 22. Februar 2010, 20:27:45 »

Finde ich auch, respekt, hast viel Zeit investiert  :emot:
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Klarstellung: Ich bin technischer Admin dieses Forums und habe nichts mit MSI zu tun. Wenn ihr Probleme mit der Forumsoftware habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren.

der Tobi

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MSI Big-Bang Fuzion im Praxistest
« Antwort #5 am: 22. Februar 2010, 22:29:07 »

Top Bericht.

Sehr gut geschrieben und ausführlich mit Fakten und Messungen hinterlegt.

Respekt :thumb
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