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Autor Thema: Service Pack 2: Microsoft macht Firewire zur Schnecke  (Gelesen 1032 mal)

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Xela

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Service Pack 2: Microsoft macht Firewire zur Schnecke
« am: 27. Juli 2004, 16:00:53 »



Der Desktop-Bus IEEE1394, der bei Apple den Marketing-Namen Firewire trägt, während ihn SONY i-Link nennt, war der Einführung der Version a im Jahr 1998 mit einem Brutto-Durchsatz von 400 MBit/s (S400) mit Abstand die schnellste serielle Übertragungstechnik im Markt. Der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den Universal Serial Bus (USB) der Version 1.1, der es auf lediglich 12 MBit/s bringt, ist enorm, und weil der 1394-Bus Daten auch noch isochron übertragen kann und zudem Peer-to-Peer-fähig ist, galt diese Schnittstelle lange Zeit als das Interface für breitrandige Audio- und Videoübertragung im privaten wie im professionellen AV-Produktionsumfeld schlechthin und wurde bereits als der ultimative Übertragungsstandard für die Multimedia-Heimvernetzung betrachtet.


Hätte Apple 1999 nicht mit total überzogenen Lizenzgebühren in Höhe von 1 US$ pro Port die Hardware-Hersteller, allen voran Intel, genarrt, wäre IEEE1394 heute fester Bestandteil von Intel-Chipsätzen: Der 440JX mit 1394 integriert in der Southbridge war 1999 bereits fertig, wurde jedoch nie vermarktet, selbst Apple die Lizenzforderungen auf ¼ US$ pro Gerät reduziert hatte. Statt dessen entschloss sich der Computer-Chip-Marktführer aus Santa Clara, den 12 MBit/s \"langsamen\" USB 1.1 zu einem eigenen seriellen Hochgeschwindigkeitsbus weiter zu entwickeln. USB 2.0, der nominell 480 MBit/s Bruttodurchsatz erreicht, zählt nun bereits seit Monaten zur Grundausstattung moderner PCs und Peripheriegeräte.


Für IEEE1394b enthält das Microsoft Betriebsystem Windows XP derzeit jedoch noch keine dedizierten Treiber. Dazu liegt Tom\'s Networking Guide das folgende Statement eines Microsoft-Mitarbeiters vor: \"Wir haben 1394b niemals unterstützt. Es lief unter bestimmten Bedingungen auf Windows XP und Windows XP SP1. Das Problem, mit dem wir konfrontiert sind, ist, dass OHCI 1.0 und OHCI 1.1 den Geschwindigkeits-Code (0x3), den 1394b verwendet, nicht unterstützen. Dabei handelt es sich um einen reservierten Wert in den con uns unterstützten OHCI-Spezifikationen, der nicht verwendet werden kann.\" Damit bestätigt der Microsoft-Mitarbeiter [Name ist der Redaktion bekannt] die Behauptung von Unibrain, dass immer dann, wenn ein IEEE1394b-Gerät angeschlossen wird, der Durchsatz auf das Minimum dessen sinkt, was der 1394-Bus erlaubt: Im IEEE1394-Standard stehen die Geschwindigkeitsklassen wie S100 oder und S800 synonym für Signalisierungsraten in MBit/s.

Erst mit dem kommenden, nun für September 2004 angekündigten, Service Pack 2 (SP2) soll Windows XP ebenfalls Treiber für IEEE139.b enthalten. Doch Untersuchungen am aktuellen Release-Candidate 2 (RC2) zeigen, dass es sich Microsoft tatsächlich leicht macht: Wann immer ein 1394b-Gerät am Bus angesteckt ist, fällt die Geschwindigkeit auf erbärmliche 100 MBit/s.

Dazu unsere Quelle: \"Was machen wir? Wir sehen jetzt, dass dieser Wert auf Bussen mit einer Mischung von 1394a- und 1394b-Geräten. Wenn wir die OHCI-Konformität ignorieren und die Geschwindigkeit auf 800 MBit/s hoch setzen, verhunzen wir die alten Geräte. Setzten wir die Geschwindigkeit auf S100 enumeriren alle Geräte und arbeiten. Es war eine harte Entscheidung, aber wir haben wenig Spielraum, wenn wir auf die Unterstützung von 1394b nicht verzichten wollen.\"

Chance für die Spezialisten:

Das Verhalten von Microsoft ist die Chance für Hersteller von 1394-Software-Stacks wie dem griechischen 1394-Spezialisten Unibrain oder die auf Treiber-Programmierung spezialisierte kanadische Softwareschmiede Orangeware, die eigene,
optimierte Treiber vertreiben.

Unibrain bietet mit ubCore 3.2 nach eigenen Angaben \"die ersten und einzige Treiber-Suite an, die den Standard 1394b voll unterstützt\" und beruft sich auf den 1394-Chip-Hersteller Texas Instruments, der Unibrain als \"idealen Software-Partner\" bezeichnet. ubCore ersetzt den 1394-Treiber-Stack von Windows komplett, was bei der Installation durchaus gewöhnungsbedürftig ist aber den Vorteil hat, auch unter älteren Windows-Versionen wie NT4 zu arbeiten, für die Microsoft gar keinen Firewire-Support anbietet. Unibrain stellt ubCore als kostenlose 30-Minuten-Testversion zum Download bereit, die unter Windows NT 4.0/98SE/ME/2000/XP/2003 arbeitet. Der Dauerbetrieb erfordert einen ubCoreTM Authorization product key, der zum Preis von lediglich 17,60 EUR vom Unibrain-Store bezogen werden kann.


Quelle: Tomshardware.com
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